
Sheinbaum: Schutzmaßnahmen nach US-Zollerleichterung
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum begrüßte am Donnerstag die Entscheidung der Vereinigten Staaten, keine zusätzlichen Zölle auf mexikanische Exporte zu erheben. Sie bezeichnete den Schritt von US-Präsident Donald Trump als „gute Nachricht“ und führte ihn auf die jüngst vertieften Beziehungen zwischen beiden Ländern zurück, die durch Dialog und Kooperation gefördert worden seien.
Trump hatte zuvor einen allgemeinen Zollsatz von 25 % auf mexikanische Exporte eingeführt, der am 2. April in Kraft trat. Allerdings stellte er klar, dass Produkte, die unter das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada (USMCA) fallen, davon ausgenommen sind.
Trotz dieser Erleichterung kündigte Sheinbaum an, dass Mexiko im Mai Maßnahmen zum Schutz seiner Schlüsselindustrien ergreifen werde. Zu den insgesamt 18 Maßnahmen zählen unter anderem der Schutz der Automobil-, Aluminium- und Stahlbranchen sowie die Förderung der Energieunabhängigkeit, der Bauwirtschaft und der Halbleiter- und Batterietechnologie.
„Wir ergreifen proaktive Schritte, um unsere Industrien zu schützen und die Selbstversorgung Mexikos zu stärken“, sagte Sheinbaum und betonte, dass das Land widerstandsfähig gegenüber möglichen künftigen Handelsspannungen bleiben müsse.
Außenminister Marcelo Ebrard ergänzte, dass Mexiko bessere Bedingungen für Aluminium und Stahl bei den laufenden Verhandlungen mit den USA anstrebe. Obwohl der Verzicht auf neue Zölle positiv sei, sei der Dialog entscheidend für eine nachhaltige Lösung.
Beobachter sehen in Sheinbaums Politik einen pragmatischen Kurs zwischen Zusammenarbeit mit den USA und der Stärkung nationaler Interessen. Mexiko versucht, seine wirtschaftliche Stabilität zu sichern, während es sich auf mögliche künftige Herausforderungen im globalen Handel vorbereitet.