
Scholz verurteilt US-Zölle
Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz verurteilte öffentlich die jüngsten Zollmaßnahmen von US-Präsident Donald Trump und bezeichnete sie als Angriff auf die globale Handelsordnung. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag betonte Scholz, dass das nun unter Druck stehende internationale Handelssystem ursprünglich von den USA initiiert wurde und weltweit Wohlstand geschaffen habe.
„Dies ist ein Angriff auf eine Handelsordnung, die weltweit Wohlstand geschaffen hat – eine Ordnung, die im Wesentlichen das Ergebnis amerikanischer Bemühungen ist“, erklärte Scholz und stellte sich damit an die Seite mehrerer europäischer Staats- und Regierungschefs, die sich gegen Washingtons jüngste Handelsmaßnahmen ausgesprochen haben.
Der scheidende deutsche Regierungschef betonte, dass die Europäische Union auf die Zölle nicht tatenlos reagieren werde. „Europa wird angemessen und verhältnismäßig reagieren“, versicherte er und deutete an, dass innerhalb der Union bereits Gegenmaßnahmen vorbereitet würden.
Scholz warnte außerdem davor, dass selbst wenn die EU keine Gegenmaßnahmen ergreifen würde, die USA aufgrund der neuen Zölle wirtschaftliche Rückschläge erleiden würden. „Selbst wenn die Europäische Union nichts tun würde, würde die US-Wirtschaft durch die Zölle in Schwierigkeiten geraten“, erklärte er und kritisierte damit einseitig protektionistische Politiken als kontraproduktiv.
Die Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Kritik an Präsident Trumps umfassender Handelspolitik, die breite Zölle auf europäische Waren vorsieht. Die Maßnahmen sind Teil von Trumps sogenannter „Liberation Day“-Initiative und wurden weltweit von Verbündeten und Handelspartnern kritisiert.
Scholz' Erklärung verstärkt den Druck Europas auf Washington, seinen Kurs zu überdenken oder in Verhandlungen einzutreten. Analysten erwarten eine koordinierte Antwort der EU, falls die USA an ihrer Zollpolitik festhalten – was zu eskalierenden Handelskonflikten zwischen den beiden Wirtschaftsmächten führen könnte.