Veröffentlichungsdatum: 02.04.2025 18:25 / Welt Nachrichten

EU reagiert strategisch auf US-Zölle

EU reagiert strategisch auf US-Zölle

Die Europäische Union bereitet sich darauf vor, auf die neuen Zölle der Vereinigten Staaten zu reagieren. Dies soll laut Olof Gill, Sprecher der Europäischen Kommission, „zum geeigneten Zeitpunkt“ geschehen. Seine Erklärung erfolgte im Vorfeld der erwarteten Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, der heute eine Reihe von Zollmaßnahmen bekannt geben will.

Gill erläuterte, dass die Reaktion der EU in zwei Teile aufgeteilt wird. Einer bezieht sich speziell auf erwartete US-Zölle auf Stahl und Aluminium, während der zweite Teil andere Abgaben zusammenfasst. Er räumte jedoch ein, dass weiterhin Unsicherheit besteht, da der EU noch keine detaillierten Informationen über den vollen Umfang der US-Maßnahmen vorliegen.

„Die Berechnung der Auswirkungen ist im Gange“, sagte Gill und fügte hinzu, dass der Mangel an präzisen Angaben von Seiten der USA die Bewertung erschwert. Er bestätigte, dass derzeit keine formellen Pläne für EU-Beamte bestehen, nach Washington zu reisen, um Handelsgespräche zu führen. Allerdings könnten solche Gespräche schnell organisiert werden, da Brüssel weiterhin eine einvernehmliche Lösung anstrebt.

Gill betonte, dass die EU zwar bereit sei zu handeln, aber ihr Ziel darin bestehe, eine Eskalation zu vermeiden und den konstruktiven Dialog aufrechtzuerhalten. „Wir bevorzugen verhandelte Lösungen, die beiden Seiten zugutekommen und das regelbasierte internationale Handelssystem wahren“, erklärte er.

Trumps Zollpolitik hat weltweit für Aufsehen gesorgt, insbesondere innerhalb der EU, die wirtschaftliche Störungen und Vergeltungsmaßnahmen befürchtet. Die Europäische Kommission beobachtet die Entwicklungen nun genau und ist bereit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, falls dies notwendig erscheint.

Der zurückhaltende, aber bestimmte Ton der EU signalisiert, dass man unmittelbare Vergeltung vermeiden will, sich aber die Möglichkeit zu angemessenen Reaktionen offenhält, sobald der US-Plan klar ist. Dieser Ansatz soll europäische Industrien schützen und zugleich die Tür für Diplomatie offenlassen.

Während die Welt auf Details der US-Zollmaßnahmen wartet, könnte der nächste Schritt der EU entscheidend für die künftigen transatlantischen Handelsbeziehungen sein.