Veröffentlichungsdatum: 03.04.2025 22:03 / Welt Nachrichten

Meloni stellt EU-Zollreaktion infrage

Meloni stellt EU-Zollreaktion infrage

Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni äußerte sich am Donnerstag zurückhaltend über eine mögliche Reaktion der Europäischen Union auf die neuen Zölle von US-Präsident Donald Trump. In einem Interview mit dem italienischen Sender RAI erklärte Meloni, sie sei „nicht überzeugt“, dass Gegenzölle der angemessene Weg seien, um mit der Situation umzugehen.

Obwohl Meloni Trumps Entscheidung als „falsch“ bezeichnete, warnte sie gleichzeitig vor Überreaktionen. „Wir dürfen keinen Alarmismus schüren; es ist keine Katastrophe“, sagte sie. Ihre Aussagen spiegeln eine gemäßigtere Haltung innerhalb der EU wider, während der Ruf nach entschlossenem Handeln lauter wird.

Meloni hatte sich zuvor für einen Dialog zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union ausgesprochen, um Handelskonflikte zu lösen. Sie betonte die Bedeutung offener Kommunikationskanäle und wiederholte, dass konstruktive Verhandlungen Vorrang vor einer Eskalation des Handelskonflikts haben sollten.

Ihre Stellungnahme kam, nachdem der französische Präsident Emmanuel Macron eine deutlichere Haltung eingenommen und die EU aufgefordert hatte, Trumps Zollpolitik zu „demontieren“ und dem wirtschaftlichen Druck der USA geschlossen entgegenzutreten. Der Kontrast zwischen Melonis vorsichtiger Haltung und Macrons entschlossener Rhetorik verdeutlicht die Unterschiede innerhalb der europäischen Führungsriege.

Während die EU über ihre Strategie berät, unterstreicht Melonis Position die Komplexität der Abwägung zwischen wirtschaftlichen Interessen, diplomatischen Beziehungen und interner Einheit. Italiens Betonung von Dialog und Zurückhaltung könnte andere EU-Mitgliedstaaten dazu bewegen, ebenfalls einen gemäßigteren Weg einzuschlagen.

Die laufende Debatte markiert einen entscheidenden Moment für die transatlantischen Handelsbeziehungen, bei dem kurzfristige Reaktionen gegen langfristige Folgen abgewogen werden. Melonis Botschaft ist eindeutig: Der Widerstand gegen die Zölle ist gerechtfertigt, doch die Lösung sollte ohne Alarmismus und mit diplomatischem Fokus erfolgen.